ILTIS

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  • Mit ILTIS ist im Eisenbahnchargon das Kürzel einer Software namens "Integrales Leit- und Informations System" gemeint. Entwickelt wurde ILTIS von der Firma Siemens. Es handelt sich dabei in der Schweiz um das wichtigste Bedieninstrument eines Zugverkehrsleiters. Durch ILTIS erst wird die Fernsteuerung der Bahnhöfe aus der Betriebszentrale möglich. ...
    Mit ILTIS ist im Eisenbahnchargon das Kürzel einer Software namens "Integrales Leit- und Informations System" gemeint. Entwickelt wurde ILTIS von der Firma Siemens. Es handelt sich dabei in der Schweiz um das wichtigste Bedieninstrument eines Zugverkehrsleiters. Durch ILTIS erst wird die Fernsteuerung der Bahnhöfe aus der Betriebszentrale möglich.

    Wenn ILITS ausfällt, ist der Zugverkehr praktisch lahmgelegt. Als es im Jahre 2015 zu einem Brand in der Betriebszentrale West in Lausanne kam und das Gebäude evakuiert werden musste, brach praktisch der gesammte Zugverkehr in der Westschweiz zusammen, weil die Stellwerke aus der Ferne nicht mehr bedient waren.

    Wie sieht nun ein Bahnhof aus der ILTIS-Darstellung aus? Als Beispiel dient der Bahnhof Rothenburg.

    iltisim.ch/index.php?attachmen…2fac0a449ba8e4e09250caf7f

    Kurze Erklährung:

    Die weissen Linien sind die Gleise, und zwar in unbelegtem Zustand. Aus der ILTIS-Darstellung kann kein Rückschluss auf die tatsächliche Gleislänge vor Ort gezogen werden. Die Darstellung der Gleise erfolgt rein nach Zweckmässigkeit.

    Die gepunkteten weissen Linien sind übrigens Gleise, in denen es keine Gleisfreimeldeeinrichtung (GFM) gibt. Der ZVL kann also nicht sehen, ob sich etwa im Gleis 4 aktuell ein Schienenfahrzeug befindet oder nicht.

    Die schrägen Striche zwischen den durchgezogenen Gleisen sind die Weichen. Zwischen den Gleisen 51/52 und 61/62 sieht man, dass zwei Weichen so gestellt sind, dass vom Gleis 2 ins Gleis 71 gefahren werden könnte. Hingegen sind die beiden Weichen zwischen den Gleisen 12/21 und 2/31 so gestellt, dass "geradeaus" weitergefahren werden kann, also vom Gleis 2 ins Gleis 12 oder vom Gleis 31 ins Gleis 21.

    Die kleinen, weissen Striche über dem Gleis 23 ist übrigens keine Weiche, sondern eine sogenannte Entgleisungsvorrichtung.

    Das rot dargestellte Gleis 2 ist mit einem oder mehreren Schienenfahrzeugen belegt. Wenn es ein Zug ist, stünde dort auch noch die Zugnummer eingetragen. Ob das Gleis durchgehend zwischen beiden Weichen mit Schienenfahrzeugen vollgestellt ist oder nur ein einzelner Wagen dort steht, geht aus der ILTIS-Darstellung nicht hervor.

    RBG bedeutet Rothenburg. Jeder Betriebspunkt in der Schweiz hat ein solches Kürzel. ZUE steht Beispielsweise für Zürich HB, BS für Basel SBB und SG für St. Gallen.

    Auf der Strecke nach Emmenbrücke (EBR) ist zudem noch das Kürzel RBGD zu finden. Dieses bezieht sich auf die Haltestelle Rothenburg Dorf, die sich auf dem Streckengleis 187 und 287 befindet. Die Haltestelle selber wird durch schwach, graue Kästchen dargestellt. Die Ziffern 1 und 2 geben die jeweiligen Perrons an. Auch im Bahnhof Rothenburg selber sind die Perrons dargestellt als etwas längliche blassgraue Felder. Wie man sieht, befindet sichd as Perron von Gleis 2 eigentlich im Gleis 52.

    Die grossen, roten Dreiecke sind die Hauptsignale. Im Normalbetrieb sind diese nur in zwei Farben zu sehen: rot für HALT und grün für einen Fahrbegriff. Welcher Fahrbegriff genau angezeigt wird oder was für ein Typ von Signal da vor Ort steht, geht aus dem ILTIS-Bild nicht hervor. Reine Vorsignale werden im ILTIS überhaupt nicht dargestellt.

    Die kleinen, roten Häckchen in Gleisnähe sind die sogenannten Zwergsignale. Sie dienen in erster Linie für Rangierfahrten, müssen aber auch bei Zugfahrten beachtet werden.

    Links und rechts sind weisse Romben zu finden. Sie stellen den jeweiligen Endpunkt des Stellwerks dar. Den Abschnitt zwischen diesem Übergabepunkt und dem rückliegenden Hauptsignal bezeichnet man als Grenzblockabschnitt. Dieser Abschnitt ist der letzte für eine Zugfahrt in einem Stellwerk und der erste Abschnitt auf dem benachbarten Stellwerk. Links geht es hier Richtung Sempach (SEM) und rechts richtung Emmenbrücke (EBR).

    Dann gibt es über den Streckengleisen (im Grenzblockabschnitt) jeweils einen weissen Pfeil. Das ist der sogenannte Blockpfeil. Er zeigt die aktuell für das Streckengleis eingestellte Fahrrichtung an. Solange er nur weiss leuchtet, ist er im Grundzustand und kann gekehrt werden. In geblocktem ZUstand ist er rot und kann nicht gekehrt werden, denn dann ist ein Zug auf der Strecke in der Geblockten Fahrrichtung unterwegs.

    Und schliesslich gibt es noch ind er unteren, linken Ecke einen Bahnübergang, erkennbar an den senkrechten, grauen Strichen, die den Verlauf der zu querenden Strassen darstellen. Das grüne Kreuz bedeutet übrigens, dass der Bahnübergang keinen Holm besitzt. Würde ein Holm existieren, wäre statt des Kreuzes ein gründer, senkrechter Balken zu sehen. Dieser Bahnübergang in Rothenburg wird also nur durch rot blinkende Warnlichter gesichert. Die Farbe grün des Kreuzes steht dafür, dass der Bahnübergang momentan für den Strassenverkehr passierbar ist. Wäre eine Rangierfahrstrasse eingestellt, würde das Kreuz rot leuchten; bei einem Übergang mit Barriere wäre der Holm in waagerechter Stellung rot dargestellt und folglich für den Strassenverkehr nicht mehr passierbar.

    Im ILTIS-Bild von RBG sind noch längst nicht alle möglichen Symbole, die im ILTIS verwendet werden können vorhanden. Vor allem sind keinerlei Störungssymbole zu sehen, die in der Regel in der Farbe Magenta eingefärbt sind.

    Zudem hat ohnehin jeder Bahnhof eine Eigenheiten, die man im Laufe der Instruktion kennenlernt und dann beherrschen muss. Zwar kann ein Fahrdienstleiter mit langjähriger Berufserfahrung zur Not schonmal an einen Arbeitsplatz gesetzt werden, dessen örtliche Besonderheiten er nicht kennt. Er wird aber - je nach Zugslage - schnell in Situationen kommen, die zu Verzögerungen und damit zu Verspätungen führen - und die ein Kollege mit Erfahrung durch dispositive Entscheidungen verhindert hätte.

    ILTIS ist also das mit Abstand wichtigste Arbeitsmittel des Zugverkehrsleiters. Für die erfolgreiche Disposition sind jedoch noch weitere Systeme im Einsatz, von denen RCS-D und ALEA die wichtigsten sind.

    Quelle: blochsignal.ch / Bilder: Login Berufsbildung AG
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